Sep. 26, 2025 | Kreislaufwirtschaft, Nachhaltiger Konsum, Nachhaltigkeitsmanagement, Textilhandel
Diese Woche war ich beim Sustainability Summit 2025 der Textilwirtschaft in Hamburg. Ich war dort als Mitglied des TW-Expertenrats. In diesem Rahmen durfte ich meine Verantwortung im TW-Expertenrat für alle Fragen rund um die Darstellung von Nachhaltigkeit am POS im stationären Handel vorstellen. Denn gerade am Point of Sale entscheidet sich, ob Kund:innen Nachhaltigkeit verstehen, ihr vertrauen und sie am Ende auch nachfragen.
Zwischen Motivation und Bremse
Die Stimmung beim Summit würde ich als gebremst optimistisch beschreiben. Es war zu spüren, dass die ganz große Euphorie, die das Thema Nachhaltigkeit in der Textilbranche in den letzten zwei Jahren getragen hat, etwas abgeflacht ist.
Besonders spannend fand ich die Beiträge von Unternehmen wie der Otto Group. Otto beschäftigt sich seit über 40 Jahren intensiv mit Nachhaltigkeit; und das aus eigener Motivation, nicht, weil Gesetze es verlangen. Auch wenn die aktuellen Rechtsunsicherheiten als Bremse empfunden werden, war die Botschaft klar: Für Otto geht es nicht um Bürokratie oder Regulierung, sondern um die Zukunft der Menschen und ihre Lebensbedingungen. Dieses klare Commitment fand ich sehr beeindruckend. Auch das Unternehmen May aus Waldshut-Tiengen an der Deutsch-Schweizer-Grenze hat überzeugend gezeigt, was man auch als mittelständiges Handelsunternehmen bewegen kann.
Trends aus der Praxis
Ein roter Faden durch viele Diskussionen waren neue Konzepte für den stationären Handel:
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Kleine Secondhand-Ecken im Laden, vor allem in mittleren und kleineren Städten, wo es keine große Konkurrenz durch spezialisierte Secondhand-Stores gibt.
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Resale-Modelle von Marken selbst, die mit Dienstleistern zusammenarbeiten, um gebrauchte Ware zurückzunehmen, aufzubereiten und wieder in den Verkauf zu bringen.
Beides sind für mich spannende Ansätze, die Nachhaltigkeit für Kund:innen erlebbarer machen. Das funktioniert gerade dort, wo der Handel noch die Nähe und das Vertrauen der Menschen genießt.
Mein Fazit
Der Summit hat mir erneut gezeigt: Nachhaltigkeit in unserer Branche ist ein Marathon, kein Sprint. Die Unternehmen, die schon immer aus Überzeugung dabei waren, bleiben auch jetzt am Ball. Diejenigen, die nur aufgrund regulatorischen Drucks mitgemacht haben, treten dagegen deutlich auf die Bremse.
Trotzdem war es eine inspirierende Veranstaltung in einer tollen Location und mit vielen interessanten Gesprächen am Rande. Auch wenn die große Euphorie gerade einer nüchternen Realität weicht: Die Transformation geht weiter. Und es liegt an uns allen, das Thema sichtbar zu machen, voranzutreiben und uns damit auch gegenüber den Fast-Fashion-Onlinern vor allem aus China zu differenzieren. Dazu muss Nachhaltigkeit am POS für Kund:innen erlebbar werden!
Copyright Foto: Maximilian Probst
Mai 22, 2025 | Kreislaufwirtschaft, Nachhaltiger Konsum, Nachhaltigkeitskommunikation, Nachhaltigkeitsmanagement, Textilhandel
Als Mitglied des TW-Expertenrats durfte ich die Frage einer Modedesign-Studentin beantworten, woran man nachhaltige Mode als Verbraucher erkennt.
Verbraucher können nachhaltige Kleidung durch etablierte Siegel wie GOTS erkennen, die ökologische und soziale Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette abdecken. Nachhaltigkeit umfasst Aspekte wie Materialien, faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft. Der Textilsektor gehört zu den umweltintensivsten Konsumbereichen und steht zunehmend unter gesetzlicher Regulierung. Ein geplanter digitaler Produktpass soll künftig Transparenz schaffen.
Unternehmen sollten entscheiden, ob sie Nachhaltigkeit ganzheitlich kommunizieren oder zunächst einzelne Produkte kennzeichnen. Wichtig ist, den Mehrwert nachhaltiger Kleidung so zu vermitteln, dass Konsumenten bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Eine bewusste Siegelwahl und Informationsquellen wie „Siegelklarheit“ helfen bei der Orientierung.
Nachhaltigkeit erfordert Engagement von Herstellern, Handel und Käufern gleichermaßen, um echte Veränderungen im Markt zu bewirken.
Den gesamten Artikel finden Sie hier (Bezahlschranke). Sie können sich auch eine Audiozusammenfassung als KI-generierten Podcast anhören.
Jan. 29, 2025 | Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeitsbericht, Nachhaltigkeitskommunikation, Nachhaltigkeitsmanagement, Textilhandel
Die Branchenzeitschrift TextilWirtschaft will Nachhaltigkeit in der Textilbranche fördern. Dazu hat sie einen Beirat aus Nachhaltigkeitsexpert:innen gegründet. Ich bin mit meiner Expertise als Nachhaltigkeitsmanagerin im Textilhandel und Beraterin dabei!
Im vergangenen Jahr hat die TW einen wöchentlichen Newsletter zu Nachhaltigkeitsthemen der Branche eingeführt. In diesem Jahr wird dieses Angebot ergänzt. Ein Pool aus Fachleuten beantwortet Fragen aus der Praxis von Industrie und Handel. Ziel ist es, eine Plattform für den Austausch zu allen Themen rund um Nachhaltigkeit zu schaffen und ein neues Nachhaltigkeitsnetzwerk für die Textil-Branche zu gründen.
Fragen können per Email an sustainability@textilwirtschaft.de gestellt werden. Sie gehen direkt an das TW Green-Team mit den Redakteurinnen Mara Javorovic und Kirsten Reinhold und werden dann – auf Wunsch auch anonym – an die entsprechenden Expert:innen weitergeleitet.
Als langjährige Expertin mit dabei
Durch meine Tätigkeiten vor allem als Leiterin Nachhaltigkeit bei Galeria Kaufhof und als Beraterin für Unternehmen der Textilbranche bin ich mit dabei. Gerne bringe ich meine Expertise und langjährige Erfahrung zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz, Nachhaltigkeitsstrategie und -kommunikation in die Arbeit ein.
Besonders freut es mich, gemeinsam mit alten und neuen Kontakten zusammenzuarbeiten und den Unternehmen der Branche Hilfestellung auf dem nachhaltigeren Weg zu geben.
marionsollbach consulting – Ihre erfahrene Partnerin für mehr Nachhaltigkeit
Auf Ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet ich Sie sehr gerne. Egal ob es um die Umsetzung gesetzlicher Anforderungen oder Nachhaltigkeitsmaßnahmen darüber hinaus geht: Sie können dabei auf meine Fachkompetenz zu einem breiten Spektrum von Nachhaltigkeitsthemen, meine Methodenkompetenz und vor allem knapp 20 Jahre Umsetzungserfahrung in Unternehmen bauen. Ich unterstütze Sie dabei, Ihre gesetzlichen Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig die Chancen dieses Prozesses für Ihr Unternehmen zu nutzen. Wenden Sie sich per E-Mail an ms@marionsollbach.com. Ich freue mich auf unseren persönlichen Austausch.
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